Gewichtsprobleme durch erhöhten Zuckerkonsum – Zuckersteuer in Großbritannien

Aufgrund der immer stärker werdenden Gewichtsprobleme der Bevölkerung in Großbritannien, entschloss sich dessen Regierung nun eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke einzuführen. Hersteller reagieren mit Rezepturänderungen.

Zuckersteuer gegen Gewichtsprobleme einer Bevölkerung

Ab 6. April 2018 werden in Großbritannien stark gezuckerte Getränke besteuert. Diese sogenannte Zuckersteuer ist von den Herstellern zu entrichten und darf somit nicht an Konsumenten abgeben werden. Der erhöhte Zuckerkonsum einer Bevölkerung begünstigt nicht nur Gewichtsprobleme, sondern Diabetes Typ 2. Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 benötigen meist Diabetikerberatung und ärztliche Betreuung um auf ihre Krankheit gut eingestellt zu sein. Da Ernährung staken Einfluss auf die Gesundheit hat, wird dieses Thema politisch immer öfter thematisiert. Laut Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) könnte die Einführung so einer Steuer auch in Österreich durchaus vorstellbar sein.

Zuckersteuer zeigt erste Reaktionen – Gesunde Ernährung gewinnt an Bedeutung

Da bewusste Ernährung immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist es umso erfreulicher die ersten Reaktionen der Hersteller zu sehen. Laut der Verbraucherorganisation Foodwatch, senkte der Hersteller Coca-Cola den Zuckergehalt der Getränke Fanta und Sprite für den britischen Markt. Auf 100 Milliliter gesehen wurde der Zuckergehalt von 6,9 auf 4,6 Gramm bzw. 6,6 auf 3,3 Gramm gesenkt. Besonders interessant ist es, dass der Zuckergehalt für die Getränke Fanta und Sprite in Österreich über 10 Gramm pro 100 Milliliter beträgt. Die Reaktion des Herstellers verzeichnet die britische Regierung als Erfolg der Zuckersteuer. Auch Branchenzweiter Britvic wurde tätig und senkte den Zuckergehalt in seinen Getränken. Handelsunternehmen wie Lidl und Tesco nahmen ebenso Rezepturänderungen vor.

Das richtige Erfolgsrezept?

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert jedoch, dass Zucker in den Getränken durch den Zusatz von Süßstoffen ersetzt wird. Durch den Süßstoff bleibt der süße Geschmack erhalten und die gewünschte Entwöhnung bei Jugendlichen fällt aus. In Frankreich gibt es bereits seit 2013 eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke, in Mexiko seit 2014. In beiden Länder gab es seit der Einführung der Zuckersteuer einen Rückgang an Konsum von zuckerhaltigen Getränken.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zuckersteuer durchaus wirkt. Um bewusste Ernährung zu fördern und Gewichtsprobleme einer gesamten Bevölkerung vorzubeugen wird dies jedoch nicht ausreichen. Wichtig ist es Konzernen Grenzen zu setzen um Jugendliche und Kinder nicht an übermäßig zuckerhaltige Getränke zu gewöhnen.

https://derstandard.at/2000076938751/Zuckersteuer-in-Grossbritannien-bringt-weniger-suesse-Limonaden